Ist diese Unterscheidung wirklich relevant? Wir sind ja weder Jesuiten noch Päpste noch andere Krämerseelen. Abergläubische und gläubige Verhaltensweisen reagieren auf dasselbe: auf die Urangst oder mindestens das Unbehaustsein des Menschen in dieser Welt. Um sich zu orientieren, um sich – mindestens partiell – irgendwo aufgehoben zu wissen, schafft der Mensch sich Orte oder Bereiche, innerhalb derer er sich sicher fühlen kann. Ob das nun abergläubische oder religiöse Kulte oder Riten sind, ist doch völlig egal. Die Sitten und Gebräuche im kultischen Bereich gleichen sich sowieso, wo auch immer auf dieser Welt der Mensch sich einrichten muss. Das Angewiesensein auf rituelle Orientierungshilfen verändert sich klar mit dem Grad der Zivilisation und des sozialen Status, aber verschwinden wird das Bedürfnis nie. Denn restlos abnabeln wird sich der Mensch nie können. Ein Quentchen Gefährdung bleibt. Die ca. 4 Millionen Jahre des Menschen fallen gegenüber den ca. 4 Milliarden des Planeten Erde nun wirklich nicht ins Gewicht – Mutter Erde ist viel mächtiger, sei es nun grobstofflich oder feinstofflich.
Fazit: Wir sind arme Schweine und müssen uns einiges einfallen lassen, um unser Leben trotzdem leben zu können.
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