Samstag, 5. Januar 2008

Edward Gordon Craig (1872-1966)

war ein Theatermann vom Scheitel bis zur Sohle, vom frühen Morgen bis zum späten Abend "von Feuer erfüllt" (I. Duncan), einer der wichtigsten Theaterrefomer des 20. Jahrhunderts.

Zur Übermarionette:
Der entscheidende Vorteil der Marionette gegenüber dem Schauspieler ist laut Craig die Tatsache, dass die Abwesenheit von Emotion und Egoismus letztlich eine intensivere Darstellung ermögliche, als ein Schauspieler je zu leisten imstande wäre. Der Schlüssel zu den Prinzipien der Ästhetik der Über-Marionette liegt in der Aussage, dass Kunst nur vermittels hundertprozentiger Unterordnung der schöpferischen Mittel unter den Willen des Künstlers zustande kommen könne. Craig verurteilt konsequenterweise den Realismus als bloße Nachahmung ohne genuinen künstlerischen Ausdruck. Dem Schauspieler fehle sowohl die freie Verfügbarkeit über seine gestalterischen Mittel, als auch die Möglichkeit, unabhängig von bestimmten Vorbildern zu arbeiten, weswegen er nicht als Künstler gelten könne – die Konsequenz müsse sein, den Schauspieler von der Bühne zu verbannen und an seine Stelle die Über-Marionette treten zu lassen. Obgleich ältere Literatur dieses Konzept lediglich als Metapher für einen neu zu schaffenden Schauspielstil deutet, machen die Notizbücher Craigs doch klar, wie konkret die Idee einer Über-Marionette war: Zeichnungen zeigen Gestalten in langen, grauen Kostümen mit Masken, als Materialien führt Craig neben Pappmaché und Stoff auch Holz an.
Zitat aus wikipedia.org/wiki/Edward_Gordon_Craig:

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