Der Herr Braun hat gesagt:
Es ist ratsam, die europäischen Vorstellungen von des Schattens Bedeutung restlos zu vergessen, wenn man sich mit chinesischem Schattentheater befasst.
Dieser Ausspruch wird widerlegt durch einen der Ursprungsmythen des chinesischen Schattentheaters:
Kaiser Wu lässt sich seine verstorbene Frau mittels eines Schattens(piels) vergegenwärtigen, um mit ihr zusammen zu sein, mit ihr zu sprechen. Da steht der Schatten für einen verstorbenen Menschen. Es herrscht also die Vorstellung, die Seele der Verstorbenen sei in den Schatten gefahren. Das ist doch eine sehr europäische Sichtweise, oder verwechsle ich da etwas?
Dienstag, 22. Januar 2008
Glaube oder Aberglaube (Sitzung vom 10.01.08)
Ist diese Unterscheidung wirklich relevant? Wir sind ja weder Jesuiten noch Päpste noch andere Krämerseelen. Abergläubische und gläubige Verhaltensweisen reagieren auf dasselbe: auf die Urangst oder mindestens das Unbehaustsein des Menschen in dieser Welt. Um sich zu orientieren, um sich – mindestens partiell – irgendwo aufgehoben zu wissen, schafft der Mensch sich Orte oder Bereiche, innerhalb derer er sich sicher fühlen kann. Ob das nun abergläubische oder religiöse Kulte oder Riten sind, ist doch völlig egal. Die Sitten und Gebräuche im kultischen Bereich gleichen sich sowieso, wo auch immer auf dieser Welt der Mensch sich einrichten muss. Das Angewiesensein auf rituelle Orientierungshilfen verändert sich klar mit dem Grad der Zivilisation und des sozialen Status, aber verschwinden wird das Bedürfnis nie. Denn restlos abnabeln wird sich der Mensch nie können. Ein Quentchen Gefährdung bleibt. Die ca. 4 Millionen Jahre des Menschen fallen gegenüber den ca. 4 Milliarden des Planeten Erde nun wirklich nicht ins Gewicht – Mutter Erde ist viel mächtiger, sei es nun grobstofflich oder feinstofflich.
Fazit: Wir sind arme Schweine und müssen uns einiges einfallen lassen, um unser Leben trotzdem leben zu können.
Fazit: Wir sind arme Schweine und müssen uns einiges einfallen lassen, um unser Leben trotzdem leben zu können.
Samstag, 5. Januar 2008
Edward Gordon Craig (1872-1966)
war ein Theatermann vom Scheitel bis zur Sohle, vom frühen Morgen bis zum späten Abend "von Feuer erfüllt" (I. Duncan), einer der wichtigsten Theaterrefomer des 20. Jahrhunderts.Zur Übermarionette:
Der entscheidende Vorteil der Marionette gegenüber dem Schauspieler ist laut Craig die Tatsache, dass die Abwesenheit von Emotion und Egoismus letztlich eine intensivere Darstellung ermögliche, als ein Schauspieler je zu leisten imstande wäre. Der Schlüssel zu den Prinzipien der Ästhetik der Über-Marionette liegt in der Aussage, dass Kunst nur vermittels hundertprozentiger Unterordnung der schöpferischen Mittel unter den Willen des Künstlers zustande kommen könne. Craig verurteilt konsequenterweise den Realismus als bloße Nachahmung ohne genuinen künstlerischen Ausdruck. Dem Schauspieler fehle sowohl die freie Verfügbarkeit über seine gestalterischen Mittel, als auch die Möglichkeit, unabhängig von bestimmten Vorbildern zu arbeiten, weswegen er nicht als Künstler gelten könne – die Konsequenz müsse sein, den Schauspieler von der Bühne zu verbannen und an seine Stelle die Über-Marionette treten zu lassen. Obgleich ältere Literatur dieses Konzept lediglich als Metapher für einen neu zu schaffenden Schauspielstil deutet, machen die Notizbücher Craigs doch klar, wie konkret die Idee einer Über-Marionette war: Zeichnungen zeigen Gestalten in langen, grauen Kostümen mit Masken, als Materialien führt Craig neben Pappmaché und Stoff auch Holz an. Zitat aus wikipedia.org/wiki/Edward_Gordon_Craig:
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