Feststellungen:
1. Ein Mensch im Trancezustand gleicht einer Gliederpuppe, die keinen eigenen Willen mehr hat, sondern von etwas Fremdem geführt wird. Oder anders: Die Seele verlässt einen Menschen und macht einer fremden Seele Platz, die dann von diesem Menschen Besitz ergreifen kann – er ist besessen. Wem gehört die fremde Seele? Ist es die Seele eines anderen, womöglich verstorbenen, Menschen, manifestiert sich durch diese Seele ein göttliches Wesen – Nebenfrage: Haben Götter auch eine Seele? – oder schleichen sich gar böse Geister ein, die nur darauf lauern, dass ein Mensch in Trance fällt, also sich als kurzfristige Wohnung darbietet? – Nebenfrage: Was sind Geister?
2. Ein Mensch, dem es gelungen ist, in Trance zu fallen, fühlt sich auserwählt, geehrt. Der Trancezustand ist also ein ertrebenswerter. Warum? Was ist so toll daran, nicht mehr Herr über sich zu sein, keinen eigenen Willen mehr zu haben, ganz von einer anderen, "Fäden ziehenden" Macht abhängig zu sein?
3. Ein Mensch in Trance befindet sich in einem Grenzgebiet. Er hat eine Grenze überschritten, hat transgrediert. Er ist nicht mehr sich selbst, aber auch nicht ganz jemand anders, sondern er ist ein Gefäss, ein Angebot. Tut sich der Mensch generell schwer damit, sich in seiner Haut wohl zu fühlen? Ist er gierig danach, ein anderer zu werden, oder mindestens in einen anderen Zustand zu geraten? Ist das eine mögliche Antwort auf Punkt 2?
